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Heutige (aktuelle) Darstellungen grammatischer Gefüge

 

Im Jahre 1995 gab es einen erneuten und den vorerst auch letzten Entwicklungsschub, was Wörterbücher betrifft. Ab diesem Jahr haben wir es nicht nur, wie bis dahin, mit drei, sondern vier vergleichbaren Werken zu tun. Zum einen erschien das CIDE in seiner Erstauflage und zum anderen brachten auch die drei schon etablierten Verlage eine überarbeitete Auflage auf den Markt.
Was sagt nun Herbst (1996:330) zu den Neuerscheinungen von 1995?
Zuerst werden wieder Beispiele für die Erscheinungen aus dem Jahr 1995 gegeben:

Satz (1a):
*OALD5:       V.to-inf
*COBUILD2: V to-inf
*CIDE:           +to infinitive
*LDOCE3:     T want to do sth

Satz (1b):
*OALD5:         V.n to inf
*COBUILD2:  V n to- inf
*CIDE:            [T]+obj+to infinitive
*LDOCE3:      T want sb to sth

Satz (2b):
*OALD5:        V.n that
*COBUILD2: V n that
*CIDE:           + obj +(that)clause
*LDOCE3      T convince sb (that)

Das System, nach dem OALD5, COBUILD2 und CIDE ihre grammatischen Angaben machen, ist wie auch schon bei LDOCE2 und COBUILD1 das sogenannte transparente System. LDOCE3 hingegen arbeitet als einziges mit einer Neuentwicklung, der sogenannten „pattern illustrations“- Methode (bei dieser Methode werden die behandelten Begriffe mit verkürzten Angaben z.B. sb oder sth genauer erläutert, um die Anwendung zu erleichtern z.B. die Distinktion zwischen direktem und indirektem Objekt).
Man kann bei den neuesten Auflagen also eine gewisse Evolution erkennen. Das mnemotechnische System ist nirgendwo mehr zu finden. Die Gründe dafür liegen ziemlich offen auf der Hand: Es ist zu kompliziert und zeitaufwendig.

 

6.1 Konkrete Beispiele

Wie unter 5. genannt, sind die drei ersteren Werke zum transparenten System übergegangen.
Nun sollen weiter Beispiele für dieses transparente System aus dem Buchstaben „F“:
Was finden nun die einzelnen Wörterbücher zu speziell ausgesuchten Wörtern für Erläuterungen? - Hier einige Untersuchungen:

FACE: *CIDE: 1. obj /.../ v [T always + prep] :
d.h. face ist hier ein Verb und braucht ein Objekt
2./.../ n[U] : d.h. face ist hier ein Sustantiv

Im CIDE befindet sich auf der Innenseite des Kartons eine Erklärung für die im Wörterbuch verwendeten grammatischen Angaben eine Erklärungstabelle. Im allgemeinen handelt es sich hier um die unter 3. genannten grammatischen Grundbegriffe oder um Kombinationen aus mehreren dieser Abkürzungen, die auch teilweise mit Stellungsangaben versehen werden. Hier tauchen jedoch auch für das CIDE spezifische Codes auf:
z. B.: - [C]: Substantiv, das im Plural benutzt werden kann
- [I]:   intransitives Verb
- [L]:  Bindeverb ( gefolgt von einem Adjektiv oder Substantiv
- [M]: transitives Verb mit einem Adverb, das vor oder nach einem Objekt steht
- [T]:  transitives Verb, das ein Objekt hat
- [U]:  Substantiv, das keine Pluralform besitzt
> Die Beispiele [T] und [U] wurden schon im CIDE-Beispiel genannt!

             *COBUILD2 geht bei seiner Beschreibung des Wortes face nach einem ganz anderen
vor:
Das Wort wird zunächst einmal in Substantiv und Verb aufgegliedert, danach wird es durch einen Kontext erklärt. Die grammatischen Angaben finden sich nicht, wie in anderen Wörterbüchern sofort nach dem Begriff, sondern stehen alleine in einer separaten Säule aufgelistet. Unter dem Begriff face ist folgendes zu finden:
-links befinden sich immer die Worterklärungen;
-rechts stehen die Abkürzungen für die grammatischen Begriffe:                                                                                                                    
1. die `Diamanten`, die die Frequenz der Wörter angeben.
2. die grammatischen Angaben an sich. Auf Seite 593 findet folgendes:
-N-COUNT: `countable noun`
-N-SING: the N of n: face wird so verwendet, daß es das NOUN in N of n ist
-N-SING: the adj Nof n: genau wie bei Vorhergehenden, aber ein Adjektiv wird noch
eingefügt
-N-UNCOUNT: Verwendung als `uncountable noun`
-PHRASES V inflects=backfire: In Phrasen bringt es das Verb dazu zu flektieren
-V inflects PRAGMATICS: Pragmatischer Ausdruck, das Verb flektiert
-PHR after v, v-link PHR: Phrase, die aus dem Verb folgt, Verbverbindungsphrase
-n PHR, usu after adj-super/brd-neg PRAGMATICS: feststehende Nounphrase
normalerweise nach übergeordneten
oder negativen Phrasen         
-PHR after v: Phrase, die einem Verb folgen muß
-PHR after v, PHR n, oft PHR with n: Phrase, die nach einem Verb steht, Nominalphrase,
meist nur aus Nomen bestehend

*LDOCE3: scheint in der Entwicklung der Wörterbücher, laut Herbst (1996), schon ein Stufe weiter als seine Konkurrenten zu sein. Er nennt das verwendete System Pattern illustration- Methode. Anders als bei COBUILD2 werden die jeweiligen Wörter gleich nach dem Grundbegriff klassiert. Für face ist folgendes zu finden:

face [...] n [C]: dadurch wird face als Nomen beschrieben und gleichzeitig auf die Angaben im Vorwort verwiesen:
-[I]:   intransitiv                                          
-[T]:  transitiv
(LDOCE3 1995:xviii)
-[U], [C] usw. werden wohl ohnehin verständlich angenommen, da sie nicht genauer beschrieben werden.
Bis dieses Wörterbuch nun nach 27 Beispielen bei ´face v [T]´ ankommt werden grammatische Angaben nur noch durch die Beispiele erläutert, d.h. grammatische Kürzel, die für den Lerner hilfreich sein könnten werden nicht angegeben. Die grammatische Information muß also aus den Beispielen herausgelesen werden. Das kann man dann wohl am besten durch den von Herbst eingebrachten Begriff pattern illustration kennzeichnen.
Über diese Neuerung kann nun bei Michael Klotz folgender Ausschnitt gefunden werden:
„________________________________________________________
Indication Type:
_________________________________________________________
° indication by example
° indication by code
° indication by code & example
_________________________________________________________

Obviously, the third is the most desirable one [...]; illustration patterns just examples makes it difficult for the user to find the relevant information; vice versa, indication of a pattern just by code, albeit a transparent one, might mean asking too much of user because of technicality of codes. This consideration has also prompted lexicographers at Longman’ - and to a lesser extent at Oxford University Press - to replace codes by what Herbst (1996: 329) has called“pattern illustration“. For example, instead of giving a code of the type ask N to-INF LDOCE3 now has a pattern illustration ask sb to do sth. For the purposes of this study, these pattern illustrations also count as codes.“ (Klotz 1999: 40/41)

Auch wenn nun die wenigen grammatischen Codes im traditionellen Sinne kaum erklärt werden, findet doch eine Angabe der grammatischen Verhältnisse im Satz statt. Wie bei Klotz beschrieben werden die grammatischen Angaben auf illustrative Weise beschrieben, indem sie durch kleine Wörter wie sb (=somebody) oder sth (=something) und dazu passenden Präposition erläutert werden.
Als konkretes Beispiel kann hier genannt werden:
„-can’t face if you cannot face something, you feel unable to do it because it seems too unpleasant or difficult“ (LDOCE3 1995: 486)

*OALD5: „The patterns as presented in OALD5 [...] thus approximate to a valency description in this respect, which is to be seen as an obvious advantage.“ (Herbst 1996: 331)
Herbst schildert die Art, die das OALD5 benutzt, um die grammatischen Angaben darzustellen als Vorteil. Nun ein konkretes Beispiel (OALD5: 414):
Als Beispiel soll das `Verb` face dienen.
face [...] v 1 to have or turn the face or front towards sb/sth; to be opposite sb/sth; [Vn]
diese Beschreibung deutet daraufhin, daß das Verb face hier nur in
Verbindung mit einem Nomen vorkommt.
                  2 to be willing to see sb or deal with sth; [Vn]
hier soll gezeigt werden, daß nach dem Verb eine Person ins Spiel kommen
muß oder das Handeln ´mit´ etwas dargestellt werden soll.
3 to accept that sth is real or true, even if it is unpleasant; [Vn]
nach dem Verb soll das Nomen gestellt werden, das mit der Aktion konfrontiert
wird.

 

 

 

                  4 to need attention from sb; [Vn]
auch wird noch einmal dargestellt in welcher Beziehung Verb und Nomen
stehen.
OALD5 benutzt also anders als LDOCE3 eine Kombination aus einer reinen Beschreibung durch künstliche exemplarische Miniphrasen und einer grammatischen Codemethode, die noch von seinen Vorgängerauflagen herrührt.

„ A further instance of OALD5 [...] conforming to prepositions adopted by valency theory is found in prepositional complementation patterns. While there are good reasons for giving a good status in a dictionary to idiomatic verb particle combinations which allow particle shifting ( such as look up ), there are none in the case of combinations such as decide on. Although in some theoretical treatments of English complementation [...], they are also seen as complex lexical items, an analysis treating on the plan in a sentence such as They decided on the plan as a prepositional complement of a verb decide must seem superior, especially for lexicogrphical purposes, because on N would then form a paradigm with against N, in favor of N, to do something and a that-clause. This is the approach taken in OALD5, where [Vpr] is given as a pattern of decide alongside such patterns as [Vn] and [V.that] or as a pattern of object, where a pattern illustration „ ..(to sb/sth); ..(to doing sth)“ supports the code.“
(Herbst 1996: 331)         

In diesem Aufsatz wird das OALD5 das Problem der Prepositional- und Phrasal verbs diskutiert. Was die Phrasal verbs betrifft, findet sehr genaue Beschreibung der Verwendung der dazugehörigen Präpositionen statt. Bei den Prepositional verbs ist etwas anders: hier wird einerseits durch Pattern wie [Vpr] und andererseits durch Präpositionen und Objektergänzungen, wie to sb/sth die Verwendung des Begriffes genauer erläutert.

 

 

 


 

 

 

 

 

    


 

 

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