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Die indoeuropäischen Sprachen

 

3. Einzelne Sprachen und Untergruppen

3.5. Slawisch

Die slawische Sprachfamilie gehört wohl zu den in Europa am meisten verbreiteten. Das Russische als ihr größter Vertreter wird zudem in weiten Teilen Nordasiens verwendet. Zur Zeit des Bestehens der Sowjetunion war das Russische außerdem eine Art Verkehrssprache in Ost- und Mitteleuropa und in anderen kommunistischregierten Ländern. Wie auch andere Zweige der indoeuropäischen Sprachfamilie haben auch die slawischen Sprachen zum Teil ein sehr stark ausgeprägtes Kasussystem. Teilweise bedienen sich diese Sprachen des kyrillischen (wie das Russische, Bulgarische oder Serbische), teilweise aber auch des lateinischen Alphabetes, wie Polnische oder das Tschechische. 
Die slawischen Sprachen können nun wiederum in mehrere Untergruppen unterteilt werden: die westslawischen, die ostslawischen und die südslawischen Sprachen.

3.5.1. Westslawisch

Die wohl bedeutendste westslawische Sprache mit etwa 42 Millionen Sprechern ist das Polnische.  Das Polnische benutzt das lateinische Alphabet hat aber zu dessen Modifikation einige diakritische Zeichen eingeführt, so zum Beispiel: < ą, ę, Ł, ł, Ż, ż >. Als Besonderheit der polnischen Sprache könnte man anführen, daß sie einen Unterschied zwischen belebt und unbelebt macht und beim Maskulinum zwischen menschlich und nicht-menschlich unterscheidet.
Weitere westslawische Sprachen sind Tschechisch, Slowakisch, Sorbisch und Kaschubisch. Tschechisch wird von ungefähr neun Millionen Menschen verwendet. Noch stärker als das Polnische verwendet es diakritische Zeichen, um die lateinische Schrift zu modifizieren. So findet man im Tschechischen beispielsweise folgende Schiboleths: < á, č, ď, é, ě, í, ń, ň, ó, ř, š, ť, ů, ú, ý und ž >. Eine weitere Besonderheit dieser Sprache ist die Verwendung des l und r als einem silbischen Laut; somit entstehen Wörter, in denen kein Vokal im traditionellen Sinn, z.B. in krk, vorkommt.
Slowakisch ist die dem Tschechischen am nächsten verwandte Sprache.
Sorbisch ist die einzige slawische Sprache, die in Deutschland ein geschlossenes Verbreitungsgebiet hat. Sie ist in zwei Dialekte gespalten, in das Obersorbische mit ca. 35.000 Sprechern und in das Niedersorbische mit etwa 15.000 Sprechern. Diese, obwohl heute sehr kleine, Sprache erlebte ihre Blüte im 6. Jahrhundert und ist seit dem 16. Jahrhundert auch in schriftlicher Form zu finden. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ist ein deutlicher Verfall des Sorbischen zu verzeichnen; seit 1947 steht es unter staatlichem Minderheitenschutz.
Kaschubisch ist die kleinste der westslawischen Sprachen und wird heute nur noch von wenigen Menschen in der Nähe von Danzig verwendet.

 

3.5.2 Ostslawisch

Die drei Vertreter der ostslawischen Sprachfamilie heißen Russisch, Weißrussisch und Ukrainisch.
Auf der Basis des Altkirchenslawischen und des gesprochenen Ostslawischen entwickelte sich zunächst das Altrussische, ab dem 18. Jahrhundert dann das moderne Russisch mit heute ungefähr 100 Millionen Sprechern. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion und der kommunistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa war dort Russisch eine alles dominierende Sprache, die die Stellung einer lingua franca innehatte. Noch heute wird das Russische von vielen Menschen in vielen Staaten der ehemaligen UdSSR als Muttersprache verwendet oder ist zumindest deren erste Fremdsprache. Außerdem ist es weiterhin das vornehmliche Verständigungsmittel in der multikulturellen Russischen Föderation. Wie auch das Serbische, das Bulgarische und die beiden anderen ostslawischen Sprachen bedient sich das Russische der kyrillischen Schrift. 
Das Weißrussische, der sogenannte kleine Bruder des Russischen, wird von ca. 7 Millionen Menschen in Weißrußland, Polen und einigen Republiken der ehemaligen Sowjetunion verwendet.
Ukrainisch wird, je nach Angabe, von 35 Millionen oder von 43 Millionen Menschen in der Ukraine und anderen Republiken der ehemaligen Sowjetunion gesprochen. Dazu kommen noch 600.000 Ukrainischsprachige in Nordamerika. Wie die anderen beiden ostslawischen Sprachen bedient es sich des kyrillischen Alphabets, seit 1918 fand die Entwicklung hin zu einer modernen Schriftsprache statt. 

3.5.3. Südslawisch

Der südliche Zweig der slawischen Sprachen ist in Bulgarien und im ehemaligen Jugoslawien verbreitet. Seine Vertreter sind: Slowenisch, Serbokroatisch, Makedonisch und Bulgarisch.
Bulgarisch wird heute von etwa 8-9 Millionen Menschen gesprochen und es benutzt das kyrillische Alphabet.
Sehr nah mit dem Bulgarischen ist das Makedonische oder auch Mazedonische verwandt, das ca. 1,3 Millionen Sprecher hat und in der ehemaligen jugoslawischen Republik Makedonien und in Nordgriechenland gesprochen wird. Es bedient sich der kyrillischen Schrift und ist seit 1945 standardisiert.
Die wohl bedeutendste südslawische Sprache ist das Serbokroatische, das heute – wohl auch aus politischen Gründen – oft als zwei Sprachen, nämlich Serbisch und Kroatisch aufgeführt ist. Es hat um die 15 Millionen Sprecher in Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Während sich die kroatische Version des lateinischen Alphabets bedient, wird das Serbische in kyrillischer Schrift geschrieben. Obwohl die beiden Formen eine Einheit bilden, gibt es dennoch ein paar Unterschiede zwischen dem Serbischen und dem Kroatischen. Diese Unterschieden können lexikalischer oder anderer Natur sein.
Eine weitere südslawische Sprache ist das Slowenische in Slowenien und Teilen Österreichs, Italiens und Kroatiens. Es hat ca. 1,8 Millionen Sprecher und benutzt die lateinische Schrift.    

 

 

 

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1. Einleitung
2. Übersicht
3. Einzelne Sprachen und Untergruppen     
3.1 Keltisch      
3.2 Germanisch                
3.3 Romanisch           
3.4 Baltisch      
3.5 Slawisch              
3.5.1 Westslawisch      
3.5.2 Ostslawisch      
3.5.3 Südslawisch   
3.6 Albanisch    
3.7 Griechisch   
3.8 Hethitisch        
3.9 Armenisch     
3.10 Iranisch    
3.11 Indisch   
4. Schluss     


 

 

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