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Chinesisch: Spezifische Anredeformen

 

Spezifische Anredeformen

 

Seit der Gründung der Volksrepublik 1949 verbreitete sich in chinesischer Gesellschaft die spezifische Anredeform tongzhi 同志 (Genosse), die in engem Zusammenhang mit dem politischen Hintergrund steht. Das Anredeverhalten mit tongzhi zielte auf eine idealistische soziale Harmonie ohne Rücksicht auf die soziale Statusdifferenz und das Partnerverhältnis, dadurch konnte die untere Sozialschicht die Vertrautheit und die Anerkennung ihres gleichberechtigten Status bekommen. In der Gegenwartsprache dient tongzhi  kaum mehr als eine höflich Anredeform. In den Industriebetrieben wurde die respektvolle Anredeform shifu 师傅 (Meister, Lehrer) während der Kulturrevolution vielmehr statt tongzhi angenommen. Es war besonders auffallend, dass shifu auch als allgemeine Anrede mit Ehrerbietung für Facharbeiter im täglichen Umgang anzusehen war. Nach der chinesischen Öffnungspolitik gewann die westliche Kultur einen heftigen Einfluss auf chinesische Gesellschaft. Die neuen Anredeformen xiansheng 先生 (Herr), xiaojie 小姐 (Fräulein) und taitai 太太 (gnädige Frau) werden tendenziell in China eingeführt. Außerdem ist laoban 老板 (Geschäftsinhaber, Ladenbesitzer) eine populäre Anredeform in den wirtschaftlichen Interaktionen. Zur Hochschätzung sieht man den Angeredeten als übergeordnet oder höherrangig an.